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Bald 100.000 Hühner im Gewerbegebiet?

von Sebastian Hein

Burkau Donnerstag, 17.10.2013

Bald 100 000 Hühner im Gewerbegebiet?

Die Gemeinderäte sagen grundsätzlich Ja zum geplanten Stall der Firma Ovovac. Skepsis gibt es dennoch weiter.

Von  Carolin Menz

Ein solches Bild könnte es auch bald aus Burkau geben, wenn denn der geplante Junghennenaufzuchtbetrieb ins Gewerbegebiet kommt. Nach dem Grundsatzbeschluss des Gemeinderates kann ein Genehmigungsverfahren beginnen.Foto: SZ/Anja Beutler

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Geht es nach Burkaus Gemeinderäten, wachsen im Gewerbegebiet demnächst 100 000 Küken zu jungen Hennen heran. Sie haben nichts dagegen, wenn das bereits im Gewerbegebiet ansässige Unternehmen Ovovac seine Pläne wahr macht und einen Junghennenaufzuchtbetrieb im Dorf errichtet – vorausgesetzt, das Landratsamt Bautzen genehmigt sie. In der gut besuchten Sitzung am Montag stellte Ovovac-Geschäftsführer Georg Gronbach die Pläne vor. Demnach soll die geplante Aufzuchtanlage den Kreis schließen: Denn sowohl eine Brüterei für Serumeier betreibt Ovovac bereits in Burkau, ebenso drei Ställe für Legehennen in Techritz und Leutwitz. „Eine Aufzuchtanlage fehlt uns bisher“, so Georg Gronbach. „Wir benötigen sie für kürzere Wege und bessere Kontrolle.“ Auf einer gut zwei Hektar großen Fläche – angedacht im Gewerbegebiet West nahe den Firmen Agram und Thomas Phillipps – sollen dafür zwei jeweils 80 mal 17 Meter große Ställe entstehen, in jedem würden 50 000 Tiere in Bodenhaltung aufgezogen. Die Einrichtung bestehe aus Aufzuchtvolieren, so Gronbach. Daneben werde ein Sozialgebäude gebaut. Ovovac plane, zwei neue Jobs zu schaffen. Zehn Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen in Burkau bereits in der Brüterei, die jährlich millionenhaft befruchtete Eier für die Produktion von Grippeimpfstoff ins Dresdner Werk Glaxo Smith Kline liefert.

Auf der Suche nach einem Standort für den Aufzuchtstall kam Burkau als Alternative infrage, nachdem die identischen Pläne in Kubschütz auf breiten Widerstand in der Gemeinde gestoßen sind und nun höchstwahrscheinlich vor dem Aus stehen. Auch Burkaus Gemeinderäte hatten anfänglich Zweifel am Hühnerstall, befürchteten vor allem unangenehme Gerüche und damit eine Belastung für Anwohner. Doch noch bevor Georg Gronbach die Pläne öffentlich vorstellte, waren die Zweifel der meisten Räte ausgeräumt – am Nachmittag zuvor hatte sie Ovovac zu einer Führung in den Legestall in Techritz geladen. „Ich habe dort sehr gute Bedingungen und gesunde Tiere gesehen und keine Geruchsbelästigung wahrgenommen. Das Klima war top. Deshalb erwarte ich keinerlei Belastung für Burkauer Bürger. Ich kann der Sache guten Gewissens zustimmen“, sagte etwa Gemeinderat Klaus Platz. Auch Tierarzt Dr. Mathias Trauzettel (Die Linke) attestierte einem derartigen Stall einwandfreie hygienische und sterile Bedingungen, schließlich würden Tiere für die Produktion von Impfstoffen gehalten. Auf Nachfrage von Stefan A. Strewe (SPD) – dem einzig kritisch nachfragenden Gemeinderat – bekräftigte Georg Gronbach, dass es keine Geruchsbelästigungen gebe. „Der Trockenkot wird zweimal pro Woche aus dem Stall entfernt. Da er mit Feuchtigkeit nicht in Verbindung kommt, entstehen keine wahrnehmbaren Gerüche.“ Auf dem Grundstück werde zudem kein Kot gelagert. Auf weitere Nachfragen Stefan A. Strewes schloss der Ovovac-Chef zudem aus, dass Antibiotika im Stall eingesetzt werden und demnach antibiotikaresistente Keime entweichen – vor denen Kubschützer massive Ängste hatten: „Diesen Punkt haben wir dort nicht richtig kommuniziert“, räumte Gronbach in Burkau ein. „Doch es ist so, dass eine Junghennenaufzucht anders als eine Hähnchenmast ist. Wir setzen keine Antibiotika ein. Es ist auch nicht nötig, die Tiere stehen unter andauernder Beobachtung, erhalten übers Trinkwasser regelmäßig Impfungen. Krankheiten, die den Einsatz von Antibiotika erst nötig machen würden, sind deshalb auszuschließen“, so Gronbach. Strewes Skepsis aber blieb, auch was den geplanten Standort des Stalls nahe einem Burkauer Hühnerbetrieb betraf.

Dennoch stimmte er nicht dagegen, enthielt sich der Stimme nur, ebenso wie ein weiterer Gemeinderat. Denn Einigkeit herrscht im Gremium darüber, dass eine neuerliche Investition gut ist für Burkau. „Wir sichern damit Ovovac hier am Standort“, sagte Dr. Mathias Trauzettel. Und meint damit auch Jobs und verlässliche Gewerbesteuerzahlungen. Wann der Bau der Junghennenaufzuchtanlage beginnt, ist offen. Neben dem eigentlichen Immissionsschutzverfahren müssten in diesem Fall auch andere artenschutzrechtliche Belange berücksichtigt werden, hieß es aus dem Landratsamt auf Anfrage. 

 

Auf ein Wort

Auf ein Wort Donnerstag, 17.10.2013

Zweifel müssen erlaubt sein

über den geplanten Hühnerstall in Burkau

 

Von Carolin Menz

Kann es sein, dass 100 000 Hühner praktisch geruchlos sind? Ist ein Ausbruch von Krankheiten wirklich auszuschließen? Zweifel müssen erlaubt sein vor dem Bau eines Hühnerstalls dieser Größenordnung in Burkau.

Die Öffentlichkeit muss umfassend informiert werden. Deswegen darf ein Gemeinderat hartnäckig nachfragen. Muss er auch. Wenn darauf ein anderer Gemeinderat bemerkt, man habe doch alles bei einem Rundgang im Stall in Techritz klären können, sollte er das nicht. Nachfragen dienen den Bürgern, die Techritz nicht kennen. Jetzt beginnt das Genehmigungsverfahren für den Stall. Man kann damit rechnen, dass es im Rahmen dessen neue Fragen gibt. Denen müssen sich Ovovac wie Gemeinde stellen.

Burkaus Gemeinderäte bringen dem Unternehmen mit ihrem jetzigen Votum Vertrauen entgegen. Unstrittig ist, dass ein Ja zum Vorhaben Ovovac stärker bindet ans Dorf, Gewerbesteuern garantiert sowie Jobs sichert und schafft. Deshalb war die Entscheidung richtig.

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