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Burkau vor schweren Entscheidungen

von Sebastian Hein

SZ Bericht vom 12.05.2014

Noch mehr Windräder? Ein riesiger Hühnerstall? Der neue Gemeinderat auf der Suche nach Kompromissen fürs Dorf.

Die Energiewende finden viele in Burkau gut. Gemeinder...äte und Bürgerinitiative haben das oftmals öffentlich betont. Noch mehr Windräder in Burkau, in direkter Nähe von Wohnungen und Freibad aber lehnen sie ab.Foto: Thorsten Eckert


Es ist ruhig geworden um die heiklen Themen in Burkau. Sie sind aufgeschoben. Nicht aufgehoben. Der neue Gemeinderat wird sich mit den Plänen für die Erweiterung des Windparks auf dem Marienberg und eines riesigen Aufzuchtstalls für Legehennen auseinandersetzen müssen. Beides ist Segen und Fluch zugleich. Burkau ist attraktiv für Investoren, die Geld bringen ins Dorf. Die eine Seite. Burkau punktet aber auch mit hoher Lebensqualität – vor allem Familien bezeugten sie nicht zuletzt bei einer großen Umfrage der SZ. Das Dorf verfügt über optimale Verkehrsanbindung, gewachsene Infrastruktur mit Kitas, Schule, Ärzten, Einkaufsmöglichkeiten und Gewerbegebiet, das Jobs sichert im Ort. Da wurde viel erreicht in den vergangenen Jahren. Viele Burkauer befürchten jedoch, nicht mehr so gut wie bisher zu leben, wenn die Pläne der Firmen Oberlausitzer Windenergie (OWE) und Ovovac Realität werden.

OWE will zwei neue Windräder bauen. Die jetzigen Gemeinderäte lehnten das Vorhaben bereits zweimal ab. Gremium und Bürgerinitiative „Grüne Gemeinde Burkau“ sehen die Attraktivität des angrenzenden Freibades in Gefahr und fürchten störenden Schlagschatten. Auch der Rotmilan sei bedroht, sagen die Gegner weiterer Anlagen. Das klare Nein des bisherigen Gemeinderates könnte ein Signal sein an den neuen. Freilich befindet letztlich das Landratsamt darüber, ob sich zwei neue Windmühlen drehen dürfen. Wann allerdings, sei derzeit nicht absehbar, heißt es auf Anfrage aus dem Landratsamt. Unterlagen seien unvollständig und ein Gutachten zum Artenschutz stehe aus. Sollte der Kreis dem Bau zustimmen, rücken die Pläne unweigerlich wieder auf die Agenda und stoßen Meinungen im Dorf aufeinander. Denn neben Gegnern gibt es auch Befürworter weiterer Windräder in Burkau – allen voran Sten Jacobson. Er geht bei der Wahl für die Grünen ins Rennen. Er ist Gesellschafter bei OWE.

Und noch ein heißes Eisen wird den neuen Burkauer Gemeinderat zwingend beschäftigen: der geplante Aufzuchtstall für 100 000 Legehennen. Der Produzent von Serumeiern Ovovac will den Riesenstall bauen. Das Unternehmen ist bereits ansässig im Dorf, sichert Arbeitsplätze, zahlt Gewerbesteuer. Die Gemeinde gab prinzipiell grünes Licht für den Bau. Burkau will Ovovac bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück für zwei Ställe unterstützen. Wohl wissend, dass viele Einwohner Geruchsbelästigung und steigendes Verkehrsaufkommen befürchten.

Der neue Gemeinderat muss den schwierigen Spagat meistern: Einerseits müssen Investitionen gefördert werden. Findet Ovovac kein passendes Grundstück, entsteht der Stall woanders. Die Gefahr ist groß, dass sich das Unternehmen dann zurückzieht. Andererseits müssen die Sorgen der Einwohner ernst genommen werden. Bürgermeister Sebastian Hein (CDU) will zu „empfindlichen“ Themen deshalb jetzt keine Stellung nehmen, sagt nur: „Wir müssen gemeinsam eine Lösung finden, mit der alle Burkauer leben können.“ Am nächsten Montag steht das Vorhaben auf der Tagesordnung der letzten Gemeinderatssitzung vor der Wahl. Nach SZ-Information gibt es in direkter Nähe zur A 4 ein Grundstück, das für den Aufzuchtstall infrage käme. Es kann ein Kompromiss sein.

Der Spagat zwischen Gemeinde- und Bürgerinteressen muss insofern gelingen, da er Einfluss hat auf einen Schwerpunkt der neuen Wahlperiode: Burkau will wachsen. „Wir brauchen neue, junge Familien im Dorf. Mit neuem Bauland wollen wir es schaffen“, sagt Sebastian Hein. Auf lange Sicht müssen Kitas, Grundschule und Freizeitangebote erweitert und gesichert werden. Insbesondere gilt das für das Freibad. All das kostet Geld. Die Stabilisierung der Finanzen bleibt weiterhin Thema. Burkau hat sich nach einem schwierigen Jahr 2013 wieder hochgerappelt. Nach einer Gewerbesteuerrückzahlung von über 300 000 Euro musste Burkau massiv ans Ersparte. Alle Ausgaben kamen auf den Prüfstand. Der neue Gemeinderat braucht Augenmaß, welche Ausgaben nötig, welche unnötig sind. Das Freibad als gleichzeitig wichtiger Standort- und enormer Kostenfaktor wird da unweigerlich im Fokus bleiben. Das Bad und alles andere Erreichte in Burkau und den Ortsteilen sollen erhalten bleiben. Das wollen alle Kandidaten der Parteien und Wählervereinigungen, die ausdrücklich auch für die Ortsteile antreten und die Interessen dort.

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