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Burkauer fordern Tempo 50 auf der B98

von Sebastian Hein

Burkauer fordern Tempo 50 auf der B98

Gemeinderäte wollen weniger Raserei auf der vielbefahrenen Bundesstraße. Und mehr Sicherheit vor allem für Kinder. Von Carolin Menz

Viel Verkehr rauscht über die ...Bundesstraße in Burkau als Zubringer zur Autobahn. Tempo 70 sind höchstens erlaubt – viele fahren deutlich schneller, sagen die Gemeinderäte, die sich weiterhin um eine Temporeduzierung bemühen.Foto: Steffen Unger


Der Verkehr rauscht in einer Tour auf der B98 in Burkau. Autos, Lkw, Busse. Nicht jeder Fahrer hält sich an das 70er-Schild. Viele fahren gefühlt viel zu schnell auf der wichtigen Verbindungsstraße und dem Zubringer zur Autobahn innerhalb des Ortes. Burkau profitiert von dieser Straße. Vor allem Pendler und Zugezogene, die gerade wegen der günstigen Verkehrsanbindung kamen. Und dennoch stören sich einige Gemeinderäte an Raserei und Lärm. Allen voran Stefan Ansgar Strewe (SPD) fordert seit Jahren eine Herabsetzung der Geschwindigkeit von derzeit 70 auf durchgängig 50 kmh auf den innerörtlichen Abschnitten der S94 und B98. Für mehr Sicherheit für Autofahrer, Radler, Schulkinder. Nachdem der Freistaat angekündigt hat, den Unfallschwerpunkt an der Autobahnauffahrt zu entschärfen, bleibt für Stefan Ansgar Strewe nun der Bereich der Einmündung Semmerring bis Bushaltestelle kritisch. Für ihn völlig unverständlich, werde dieser Abschnitt im Landratsamt nach wie vor nicht als Unfallschwerpunkt anerkannt, wie er sagt. „Obwohl es schwere Unfälle mit tödlichem Ausgang und Schwerverletzen gab. Muss denn erst wieder etwas passieren, ehe gehandelt wird?“ Nicht hinnehmbar sei die Situation insbesondere für den Personennahverkehr. Schulkinder steigen um, müssen die Straße überqueren. Sie seien hohen Geschwindigkeiten schutzlos ausgesetzt, so Strewe. Eine Verkehrsinsel gäbe es nicht, auch keine Beleuchtung. „Dabei ist der Personennahverkehr gerade für Kinder und Jugendliche gedacht, um zur Schule und in Vereine zu kommen.“ Zudem seien Bedingungen für Radfahrer auf der schönen Achse Burkau-Rammenau unzumutbar. Man könne dort schlichtweg nicht radeln, so Strewe. Er fordert dauerhafte Temporeduzierung und Geschwindigkeitskontrollen – bislang gäbe es keine.

Gemeinderat Maik Hübschmann (CDU) unterstützt das. Sieht darin aber nur recht kurzfristige Lösungen. „Wir müssen die Probleme auf der B98 langfristig in den Griff kriegen. Das geht nur mit baulichen Veränderungen.“ Der Ingenieur ist von Berufs wegen Experte für Straßenplanung. „Die größten Defizite sind fehlende Fußgängerüberquerung und nur eingeschränkte Sicht für Linksabbieger, die ins Dorf fahren wollen.“ Maik Hübschmann schlägt vor, endlich eine Verkehrsinsel für Fußgänger zu bauen sowie eine markierte Linksabbiegerspur einzurichten, um Auffahrunfälle zu vermeiden. Am Herzen liegt ihm in diesem Zusammenhang auch die Radwegkonzeption, die für Burkau bereits erarbeitet worden sei und eine Verbesserung des Radverkehrs zwischen Burkau und Rammenau vorsieht. So müsse perspektivisch über eine sichere Querung für Radler in Höhe des „Heiteren Blicks“ nachgedacht werden. Dieser Bereich ist kurvig und schwer einsehbar.

Auch Gemeinderätin Nicole Schramm (CDU) will weniger Raserei auf der B98 in Burkau und fordert verstärkte Kontrollen. Sie regt an, zu prüfen, ob der stationäre Blitzer in Geißmannsdorf hierher versetzt werden könne. Als sie noch Schulkind war und mit dem Bus nach Elstra zur Schule fuhr, waren es ihre und andere Mütter aus Burkau, sie sich für mehr Sicherheit ihrer Kinder um eine Temporeduzierung bemühten, wie sie sagt. Auch deshalb will die junge Frau dranbleiben am Problem B98 – und sich wie Stefan Ansgar Strewe und Maik Hübschmann nicht abfinden mit der jüngsten Ablehnung des Landratsamtes, die Geschwindigkeit zu beschränken.

Burkaus Bürgermeister Sebastian Hein (CDU) hatte im Juli einen entsprechenden Antrag gestellt. Der Gemeinderat hatte ihn damit beauftragt. Doch die Untere Straßenverkehrsbehörde sieht die Möglichkeit einer Geschwindigkeitsbegrenzung nicht. Die Straße als Staats- und Bundesstraße und zugleich Autobahnzubringer erfordere entsprechende Geschwindigkeiten, sagt Kreissprecherin Sabine Rötschke zur Begründung. Das Argument fehlender Sicherheit für Schulweg und Bushaltestelle will der Kreis nicht geltenlassen. Es gäbe das Gefahrenzeichen „Kinder“ an der Bushaltestelle – und keine Hinweise darauf, dass die Beschilderung unzureichend sei, so Rötschke. Andere Gefahrensituationen würden behoben. In Kürze wird die Dreiecksinsel an der Anschlussstelle der A4 zurückgebaut. Im Bereich „Heiterer Blick“ laufen Bauarbeiten für eine bessere Standsicherheit der Böschung. Die jetzige 50er-Zone wird nach Abschluss der Arbeiten wieder aufgehoben. Eine Absage erteilt der Kreis auch den geforderten Geschwindigkeitskontrollen: „Im Bereich der Bushaltestelle können wir mit unserer Technik keine Kontrollen durchführen, da der Straßenverlauf nicht ausreichend ist“, sagt Sabine Rötschke. „Im Kurvenbereich dürfen wir nicht messen.“ Kontrolliert werde insbesondere im Bereich der Autobahnauffahrten. – Die Kosten von rund 40000 Euro für das Umsetzen des Geißmannsdorfer Blitzers seien hingegen nicht vertretbar.

Die Gemeinderäte Strewe, Hübschmann und Schramm wollen nun eine Arbeitsgruppe bilden. Wollen nicht aufgeben. Zumindest anregen zu Gesprächen, an einem Tisch mit zuständigen Behörden und Vor-Ort-Terminen.

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