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Burkaus Tierarzt malt seine Oberlausitz

von Sebastian Hein

SZ Bericht vom 25.03.2015

Burkaus Tierarzt malt seine Oberlausitz

Dr. Matthias Trauzettel stellt in der Alten Schmiede aus. Er ist ein guter Beobachter. Oft mit einem Augenzwinkern. Von Carolin Menz

Eine Ansicht von Oberbocka hielt Dr. Matthias Trauzettel auf diesem Werk fest. Es hängt in der ehemaligen Scheune der Alten Schmiede mitten im Herzen von Rammenau. Ab Sonnabend sind weit mehr als 50 Motive der Oberlausitz zu sehen.

© Regina Berger

Es ist also doch was Wahres dran. Frauchen oder Herrchen sehen ihrem Haustier oftmals verblüffend ähnlich. Trägt die Dame die gleichen Locken wie ihr Pudel. Oder der beleibte Herr dieselben tiefhängenden Wangen wie sein Boxer. Dr. Matthias Trauzettel beobachtet Mensch und Tier genau als Tierarzt in seiner Kleintierpraxis. Als Maler bringt er sie dann gemeinsam aufs Papier. Mit seinem fast schelmischen Schmunzeln im Gesicht. Mensch und Tier als Paar sind beliebte Motive des malenden Tierarztes aus Burkau, der an diesem Sonnabend eine Ausstellung in der Alten Schmiede in Rammenau eröffnet. Zu sehen sind weit mehr als 50 Werke seines Schaffens seit Mitte der 1980er-Jahre. Darunter eben jene Linolschnitte aus der Kleintierpraxis. „So mancher erkennt sich darauf wieder“, sagt Matthias Trauzettel. Böse sei ihm noch niemand gewesen. Sagt’s mit einem Schmunzeln.

Großformatige Aquarelle malt er besonder gern

Einmal im Jahr versuche er eine Ausstellung hinzukriegen, so der 65-Jährige. Nun also in der Alten Schmiede, die so besonders gut passt zu ihm und seinen Bildern. Die ein kulturelles Zentrum sei über Rammenau hinaus und eines dieser liebevoll restaurierten Umgebindehäuser, für die er so schwärme. Es passt perfekt zum Titel der Schau „Oberlausitzer Impressionen“. Eingerahmt sind Linol- und Holzschnitte sowie Aquarelle. Sie zeigen Menschen, Landschaften und Illustrationen aus dem „Oberlausitzer Hausbuch“. Motive sind Sagen, Bauernregeln, Traditionen wie Rammenauer Schlossrundfahrt und Leinentage, die Sauna in Burkau oder die Karpfenzüchter. Landschaften malt Dr. Matthias Trauzettel gern als großformatige Aquarelle. „Die schwierigste Technik überhaupt, sie erlaubt keinen Fehler.“ Matthias Trauzettel malte Burkauer Ansichten ebenso wie Impressionen aus Bischofswerda, Bautzen, Bocka. Wiesen oder Straßenzüge. Und immer wieder Umgebindehäuser.

Vom Weißen Hirsch aufs Land

Wenn es das Wetter erlaubt, setzt sich Dr. Matthias Trauzettel mit Stift und Block mitten hinein in die Natur, direkt vors Motiv. Malen sei Entspannung. Den Freiraum brauche er, auch wenn er seit Januar im Ruhestand ist. Und eben auch nicht. Noch ist er Tierarzt für die Kühe in der Burkauer Milchviehanlage und seine Kleintierpraxis, Vorstandsvorsitzender der Molkereigenossenschaft Radeberg, Burkauer Gemeinderat, Zierfischzüchter. Und Künstler.

Dr. Matthias Trauzettel wuchs auf dem Weißen Hirsch in Dresden auf, nur einen Steinwurf entfernt vom Luisenhof. Sein Vater, Architekt und mit 32 Jahren jüngster Professor der DDR, förderte das künstlerische Talent seines ältesten von fünf Söhnen. Intellektuelle und namhafte Künstler gingen ein und aus bei Trauzettels. Der Junge mittendrin, der ihnen beim Skizzieren und Malen über die Schulter guckte, selbst den Stift in der Hand. Unwissend, dass er als Professor eine Zeichnung seines Jungens korrigierte, bescheinigte ihm der Vater einmal das Können eines Studenten im dritten Jahr. Da war sein Matthias gerade neun Jahre alt. Mit 14 bekam er kein Fahrrad, sondern eine Zeichenexkursion mit Vaters Studenten nach Prag geschenkt.

„Mein Vater wolle, dass ich Maler und Grafiker wurde“, sagt Dr. Matthias Trauzettel. Doch er hörte auf Opa Clemens aus Burkau, dieser bodenständige Taubenzüchter, der ihm mit typisch rollendem „r“ empfahl, was Richtiges zu lernen. Und so wurde er Tierarzt und ist es bis heute mit Leib und Seele. Opa Clemens’ Porträt erhielt einen exponierten Platz in der Ausstellung.

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