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Den Alltag leicht genommen

von Sebastian Hein

SZ Bericht vom Samstag, 20.02.2016 

 

Der Burkauer Johannes Bielig erzählt Geschichten, die das Leben schrieb. Amüsant und anregend zum Nachdenken. 

Von Ingolf Reinsch

 

 

Vom Burkauer Tierarzt Dr. Matthias Trauzettel stammen die Illustrationen auf dem Deckblatt und im Heft. 

 

 

Burkau. Lang, lang ist’s her, dass man einen Polizisten in Uniform zu Fuß auf der Bischofswerdaer Kirchstraße gesehen hat. Ausgerechnet dem läuft die Gocht Frieda aus Schmölln in die Arme, als sie ihren Handwagen hoch zum Markt zieht, um Besorgungen zu machen. Auf der Einbahnstraße fährt sie mit dem Wagen entgegen der offiziellen Fahrtrichtung und wird von dem Mann in Grün verwarnt. Auf dem Rückweg will die Schmöllnerin alles richtigmachen – und wählt mit ihrem Wagen stadtauswärts den Weg über die Bautzener Straße. Ebenfalls eine Einbahnstraße. Wir ahnen es, wer dort in einer der Seitengassen schon auf sie lauert. 

 

Johannes Bielig erzählt diese und rund 70 weitere Geschichten und Gedichte in seinem jüngsten Buch. Es vereint Stücke auf Hochdeutsch und in Westlausitzer Mundart. Es sind Geschichten, die das Leben schrieb. Geschichten, über die man schmunzeln, oft auch herzlich lachen, manchmal auch nur den Kopf schütteln kann. Johannes Bielig versteht es, den Leuten „aufs Maul“ zu schauen. Und er nimmt beim Schreiben kein Blatt vor den Mund. Manchmal reiche ihm ein Gedanke oder ein einziger Satz, um daraus eine kurze Geschichte oder ein paar nette Verse zu machen, sagt der Burkauer, der bei aller Direktheit auch Spaß am Fabulieren hat. „Bei dr Kerche gibt’s a Ärtl, doas is das Regierungsvertl“, schreibt er gleich im ersten Gedicht über seinen Heimatort. Wer Burkau kennt, dem fällt sofort die Nachbarschaft von Kirche, Pfarrhaus, Gemeindeamt und Bürgerhaus ein. 

 

Johannes Bielig, Jahrgang 1936, hat sich die Mundart von seiner Mutter abgeschaut und abgehört. Sie zog ihn weitgehend allein groß; der Vater ist 1945 im Krieg gefallen. Johannes Bielig wurde Polsterer und arbeitete als Tapeziermeister im eigenen Geschäft. Dazu gehörten Sattlern, Polstern, Gardinen nähen und Wände verkleiden. Mit 21 Jahren musste er das elterliche Geschäft übernehmen. Er führte es bis 2003, seinem Eintritt in den Ruhestand. 

Schon in den 1990er Jahren begann er, Geschichten und Gedichte in Mundart aufzuschreiben. Ihm ist es wichtig, diesen kulturellen Schatz zu erhalten und jüngere dafür aufzuschließen. Er trägt auch gern vor, was er geschrieben hat. Zur Wende hatte er mit der Unterhaltung angefangen. „Wir waren von der Handwerkskammer aus in den alten Bundesländern, um Kontakte zu knüpfen. Die langen Heimfahrten waren immer so langweilig. Da hab ich im Bus das Mikro genommen und gesungen“, erinnert sich Johannes Bielig. Seitdem er 2003 seinen Betrieb in Burkau abgegeben hat, bleibt ihm viel mehr Zeit für seine Auftritte. So ist er zu Vereins- und Familienfeiern noch heute ein gern gesehener Gast. Anderen eine Freude zu machen, sei für ihn die größte Motivation, sagt Johannes Bielig. 

„A grußer Besuch – einmal ganz anders“. Das Heft gibt es in der Buchhandlung Heinrich Bischofswerda, im Rammenauer Schmiedeladen und direkt beim Autor,
035953 60151.

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