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Der Laden fürs Dorf

von Sebastian Hein

Uhyst a.T.
SZ Bericht vom Mittwoch, 26.03.2014 
Der Laden fürs Dorf

Meinerts Einkaufsmarkt in Uhyst versorgt die Kunden auf dem Lande seit 20 Jahren – und trotzt der Discounter-Konkurrenz. Von Carolin Menz
 
Halb zehn in Meinerts Einkaufsladen in Uhyst: eine Schlange an der Theke. Ein junger Mann kauft Bockwürste, Semmeln und lose saure Gurken. Die Frau hinter ihm bekommt ihre Schachtel Zigaretten rübergereicht, springt winkend hinaus. Die Dame, die nun an der Reihe ist, will die frisch vakuumierten Wurstscheiben hinter der Scheibe erst einmal genau anschauen, bevor sie sich entscheidet. Sie nimmt auch noch Matjesfilets, wo sie doch schon mal zu haben sind. Ladenchefin Sylvia Meinert lächelt, als sie die Fische ins Plastikdöschen füllt. Sie lächelt eigentlich immer. Weil sie sich über jeden einzelnen Kunden freut, der ihr und ihrem Mann Harald seit 20 Jahren schon die Treue hält. Jeden Tag gibt‘s viel zu tun, jeden Tag kommen Kunden, einige sogar zum wöchentlichen Großeinkauf, wie Sylvia Meinert sagt. Vielleicht ist es das Geheimnis des Erfolges des Lädchens, der nicht selbstverständlich ist auf einem Dorf, wo anderswo kleine Geschäfte schließen müssen. Sie sei jedem dankbar, der hier kauft, sagt Sylvia Meinert.
Sicher seien Discounter eine Konkurrenz, wegen der günstigeren Preise. Doch Existenzangst haben sie den Meinerts nie eingeflößt: Weil es schlichtweg alles zu kaufen gibt in ihrem Markt an der Taucherwaldstraße in Uhyst: Kaffee, Konserven, Backzutaten, Fertiggerichte, Molkereiprodukte, Süßes, Alkohol, Pizza aus dem Frost, Putzmittel und Lappen, Seifen, Duschbäder und Getränke. Obst und Gemüse gibt‘s frisch, ebenso Brot, Brötchen und süße Teilchen. Wurst und Fleisch liefert die Rammenauer Fleischerei Haufe vakuumiert. Kunden schätzen das. Und kommen immer wieder – Sylvia Meinert will hier arbeiten bis zur Rente, wie sie sagt. Nach der Wende stieg das Ehepaar Meinert aus ihren bisherigen Jobs aus und in das Geschäft mit Lebensmitteln ein. Aus Liebe zum Joghurt, wie Sylvia Meinert schmunzelnd sagt. „Wir haben 1990 begonnen, Joghurt und Molkereiprodukte zu verkaufen aus einem Lkw heraus, den wir uns angeschafft hatten.“ Alle waren heiß auf Joghurt aus dem Westen. Meinerts kauften ihn im großen Stil in Großmärkten und brachten ihn auf Märkte und in Geschäfte der Region. Einmal verkauften sie aus ihrem Lkw heraus an einem Tag 24 000 Becher Joghurt. Sylvia Meinert schüttelt mit dem Kopf, wenn sie daran denkt. Es war eine aufregende Zeit.
1993 bot sich dem Ehepaar Meinert die Chance, den Laden anzumieten, der einst zur Uhyster Molkerei gehörte, später Konsum war und direkt nach der Wende von Holländern betrieben wurde bis er irgendwann in einer Nacht- und Nebelaktion verschwand, wie Sylvia Meinert erzählt. Im März 1994 eröffneten Meinerts ihr Geschäft. Viel mehr als Joghurt und Käse sollte es von nun an geben fürs Dorf.
Auch nach 20 Jahren zwischen Regalen und summenden Kühlschränken streift sich Sylvia Meinert jeden Morgen gern ihre Schürze über. Sie räumt ein, bedient, kassiert – mit Unterstützung einer Teilzeitkraft. Die meisten ihrer Kunden kennt sie beim Namen, mit vielen ist sie per Du. Der Laden ist ihr Leben und der Treffpunkt fürs Dorf. Hier wird getrascht und gelacht. Meistens jedenfalls. Denn Meinerts erlebten auch Krisen, als kaum Kunden kamen. Ans Aufgeben dachten sie niemals, auch dieser Tage nicht, nachdem binnen kurzer Zeit gleich zweimal eingebrochen wurde.
Gerade geht die Tür auf, ein neuer Kunde kommt herein. Ein alter Bekannter.

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