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Die netten Gastgeber

von Sebastian Hein

SZ Bericht vom Montag, 19.09.2016 

Die netten Gastgeber 

Strobels führen auf ihrem Hof in Burkau ein beliebtes Café. Leicht fiel ihnen das nicht immer. 

Von Carolin Menz

Burkau. Die 70 Tauben flattern hoch oben in der alten Scheune. Lars Strobel züchtet sie, wie es schon sein Urgroßvater getan hat. Der Hof ist immer einer für die Tauben gewesen und für viele Generationen Landwirte und ihre Kinder. Und einer für Gäste. Strobels aus Burkau sind Gastgeber auf ihrem Hof. Seit 2009 betreiben sie das Café „Lachtaube“. Hier kommen die Leute aus Burkau und den umliegenden Gemeinden sommers wie winters zusammen. Hier wird gefeiert und gelacht. Strobels waren und sind immer mittendrin. Selbst dann, wenn ihnen mal nicht nach Lachen zumute ist. 

 

Gerade entsteht auf dem Hof eine neue Terrasse. Wie so vieles andere auch ist der neue Außensitz mit eigenen Händen gebaut. Anders würde es ja gar nicht gehen, sagt der Malermeister Lars Strobel, der einen eigenen Betrieb in Burkau führt. Der Hof mit seinen Gästen und Festen ist sein Hobby. Eines, das viel Arbeit macht. Mutti Marika Strobel hatte einst die Idee, im ehemaligen Wohnstallgebäude ein kleines Café einzurichten. Vier Jahre lang wurde die einstige gute Stube umgebaut und 2009 eröffnet. Liebevoll ist das Café mit alten Möbeln eingerichtet. Auf weißen Tischdecken stehen die bunten Sammeltassen, in die seit jeher der Kaffee zu selbst gemachtem Kuchen und Torten eingeschenkt wird. 49 Jahre alt war die sechsfache Mutter zur Eröffnung und seit Jahren schon verwitwet. 

 

Vom Kuhstall zum Gastraum

 

Es war ein mutiger Neuanfang für sie. Heute kann sie davon leben. „Wir hatten das Café von Beginn an immer nur sonntags und feiertags geöffnet“, sagt Marika Strobel. Natürlich auch für Familienanlässe. Es sprach sich schnell herum, dass man gut feiern kann bei Strobels, die das alles bis heute in Familie managen. „Es lief sehr gut an, die Nachfrage war da. Die 25 Plätze im Café reichten dann irgendwann nicht mehr“, sagt Lars Strobel. Während seine Mutter für die Gastlichkeit zuständig ist, kümmert er sich um alle baulichen Belange auf dem Burkauer Anwesen, das um 1850 als Dreiseithof erbaut wurde. Er war es auch, der die große Erweiterung vor zwei Jahren plante. Damals baute er den einstigen Kuhstall zum Gastraum aus. Zusätzlich zu den 25 Plätzen im Café entstanden 30 weitere im Stallhaus. 

 

Lars Strobel packte an Wochenenden und nach Feierabend an. Er fährt mit der Hand über das alte, vom Holzwurm zerlöcherte Eichenholz, das er verbaut hat zum wuchtigen Tresen. Über seinem hochgewachsenem Kopf ist das tiefe originale Steingewölbe noch erhalten, das er gesäubert hat. An der Wand hängt ein Metallring, an dem einst eine Kuh festgebunden war. „Die Leute mögen das urige bei uns“, sagt Lars Strobel, der direkt darüber wohnt. Er muss sich bücken, damit er sich an den granitumsäumten Durchgängen nicht stößt. Im Winter will er die Toilette des Stallhauses behindertengerecht umbauen. Sein jüngster Bruder, der noch bei Mutti Marika Strobel wohnt, wird mithelfen. 

 

Bei großen Feiern helfen alle

 

Marika Strobel kann zählen auf ihre Jungs und ihre Tochter. Vor allem dann, wenn Gesellschaften hier feiern. Manchmal, wie zum Schulanfang, sind es drei auf einmal. Dann vermag es selbst Marika Strobel nicht allein, sich um Kochen, kaltes Buffet, Kuchen, Bier zapfen und Bewirtung allein zu kümmern. Dann helfen sie alle. Und tun es gerne. Sie halten zusammen, auch wenn sie nicht mehr alle beieinander sein können. Zwei Strobel-Kinder sind ausgezogen, ein Sohn studiert und reist durch alle Herren Länder. Ein Sohn und Bruder ist 2013 jung gestorben. Nach einem Badeunfall war er viele Jahre pflegebedürftig gewesen. Es gab viele traurige Zeiten auf dem Lachtaubenhof. Sie werden Marika Strobel stets begleiten. 

 

Und doch geht das Leben immer weiter. Der neue Biergarten an der Giebelseite des Stallhauses ist wieder so ein familiäres Gemeinschaftswerk. Lars Strobel hat die Sache angeregt, weil die Terrasse direkt vor dem Café zu klein wurde. Der ehemalige Mistplatz lag aber zu schön, um ihn nicht zu nutzen. „Hier scheint immer die Sonne und es ist windgeschützt.“ Eingerahmt wird der neue Biergarten vom Stallhausgiebel und dem Giebel einer alten Scheune. Lars Strobel legte die originale Steinfassade wieder frei, säuberte sie und besserte aus. Eine Heidenarbeit. Gerade wurde der 100 Quadratmeter große Freisitz gepflastert. Viele Hände aus der Familie und dem großen Freundeskreis halfen. 

 

Über der Terrasse schwingen die Äste eines mächtigen Ahornbaum. Schöne Ausblicke aufs Dorf und seine grünen Wiesen erlaubt er dennoch. Lars Strobel hofft, dass Gäste und Gesellschaften den Biergarten noch ein paar Sonnenstunden nutzen können in diesem Jahr. In der nächsten Freiluftsaison will er dann Möbel aufstellen. Doch eines nach dem anderen. Wie immer. Die Tauben gurren. Oder lachen sie gar?

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