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Hier ist man noch für den Anderen da

von Sebastian Hein

Die Sport- und Kulturfreunde Uhyst halten zusammen. Und mit ihrer Chefin Kerstin Bamberg bewegen sie viel im Dorf. Von Constanze Knappe

Kerstin Bamberg lebt im Bu...rkauer Ortsteil Auschkowitz. Von dort wegziehen würde sie nie. Sie braucht den engen Kontakt zu ihren Nachbarn und sie genießt die Natur unmittelbar vor der Haustür. Foto: Regina Berger


Sich dafür zu interessieren, wie es dem Nachbarn geht, ist selbst auf Dörfern nicht mehr selbstverständlich. In Uhyst und den Nachbardörfern gibt es den Zusammenhalt noch. Dass das lange so bleibt, will die Gemeinschaft der Sport- und Kulturfreunde fördern. Vereinschefin Kerstin Bamberg aus Auschkowitz erklärt, warum.

Frau Bamberg, was bedeutet Ihnen der Zusammenhalt auf dem Lande?

Sehr viel. Ich brauche die sozialen Kontakte. Durch Schichtarbeit stößt man an Grenzen. Wenn andere arbeiten, hat man selbst frei und umgekehrt. Da kommt einem so ein Verein zugute. Man kann mal über andere Dinge reden als über Arbeit. Und auch Geselligkeit gehört dazu.

Demnach halten in Auschkowitz die Leute noch zusammen?

Das würde ich schon so sagen. Hier gibt es noch echte Nachbarschaftshilfe. Man ist für den Anderen da. Für 2015 bereiten wir die 650-Jahrfeier vor. Gleich bei der ersten Versammlung dazu hat man gespürt, dass die Leute bei der Sache sind und nicht etwa nur mitmachen, weil es aufdiktiert wird.

Sie arbeiten in Dresden. Was hält Sie denn da noch hier auf dem Dorfe?

Die Hektik kann ich auf Arbeit lassen. Hier schätze ich die Ruhe und die Möglichkeit, vor der Haustür in die Natur zu gehen. Um mit Rad oder beim Joggen draußen zu sein, muss ich nicht erst mit dem Auto oder der Straßenbahn irgendwohin. Auf dem Dorf, jedenfalls hier bei uns, ist vieles unkomplizierter. Das schätzen die Menschen. Übrigens unabhängig davon, ob sie selbst Wohneigentum haben oder nicht.

Die Leitung der Sport- und Kulturfreunde haben Sie nach dem Motto „irgendwer muss es ja machen“ übernommen. Warum gerade Sie?

Unser Verein wurde 1997 gegründet. Ich war von Anfang an dabei. Als 2000 die Frage stand, wer es macht, habe ich mich bereiterklärt. Nicht, dass der Verein ansonsten gleich eingegangen wäre. Aber ich denke schon, es war Vielen recht, dass ich die Verantwortung übernommen habe.

Vom Bürgermeister wurden Sie für Ihren Einsatz im Ehrenamt ausgezeichnet. Was bedeutet Ihnen das?

Ich war ziemlich überrascht. Es ist eine schöne Anerkennung dafür, dass man sich über die Jahre für das Leben in der Gemeinde engagiert. Das tun aber auch Andere. Selbst in unserem Verein mach ich ja die Arbeit nicht alleine. Eine Auszeichnung für den ganzen Verein hätte mir deshalb auch ganz gut gefallen.

Ist Vereinsarbeit heute noch modern?

Ja, auf jeden Fall. Für alle, die die Gemeinschaft mögen, soziale Kontakte pflegen und etwas für die Allgemeinheit tun wollen. Man profitiert ja auch selber davon. Wir organisieren Ausflüge mit Führungen, um die Heimat näher zu bringen, in die Nudelfabrik Riesa, die Krabatmühle Schwarzkollm oder die Krabat-Milchwerke zum Beispiel. Vereinsintern waren wir im Granitdorf Demitz-Thumitz, im Oberlausitzer Biosphärenreservat und in der Gedenkstätte für die Stasi-Opfer in Bautzen. All das könnte man ebenso alleine unternehmen. Aber mal ehrlich, zusammen macht es doch viel mehr Spaß.

Wen spricht die Gemeinschaft der Sport- und Kulturfreunde denn an?

Hauptsächlich die ältere Generation. In den ersten Jahren hatten wir alle kleine Kinder, deshalb wurde viel mehr für Kinder getan. Den Kinderfasching mit dem Umzug organisieren wir aber immer noch jedes Jahr. Mit Buchlesungen, Diskussionen, Vorträgen wie den zu den Wölfen oder über die Arbeit der Uhyster Familie Winter an einer Gehörlosenschule in Afrika sowie mit dem Trödelmarkt im Kindergarten ist es uns in letzter Zeit gelungen, auch Jüngere für uns zu interessieren.

Die Kombination aus Sport und Kultur in einem Verein ist ziemlich ungewöhnlich...

Wir wollten Leben in unser Dorf bringen mit vielfältigen Angeboten. Wir sind viel mit dem Rad unterwegs oder bowlen gewesen. Die sportlichen Aktivitäten haben wir aber zurückgestellt. Es gibt ja eine separate Sportgruppe in Uhyst, die sich jede Woche zur Gymnastik trifft. Da machen auch einige unserer Mitglieder mit. Wir haben eine Kreativgruppe. Die Frauen stricken und basteln. Die Ergebnisse präsentieren sie bei Veranstaltungen in der Kita oder beim Weihnachtsmarkt der Feuerwehr in Uhyst. Sie sind nicht mehr berufstätig und treffen sich jede Woche.

Sie arbeiten in drei Schichten. Wie bekommen Sie da Beruf, Familie und Ehrenamt unter einen Hut?

Es ist leichter geworden, seit die Kinder erwachsen sind. Es gehört aber schon viel Organisationstalent dazu. Man muss Prioritäten setzen, um sich nicht zu verzetteln. Mit dem Verein, das passt. Die Anderen haben viel Verständnis für mich.

Die Mitglieder werden immer älter. Wie ist es denn um die Zukunft des Vereins bestellt?

Nun ja, unsere 20 Mitglieder sind zwischen 45 und 75 Jahre, die meisten aber schon etwas älter. Leider haben wir mehr Ab- als Zugänge. Das ist wohl dem geschuldet, dass sich der Charakter des Vereins über die Jahre geändert hat. Früher waren die meisten etwa gleich alt und befreundet. Jetzt muss das Spektrum der Angebote breiter sein, um mehr Leute anzusprechen und für unsere Arbeit zu interessieren.

An junge Leute richten Sie sich dabei aber nun gerade nicht?

Das stimmt. Da müssten wir uns ganz neu orientieren. Für unsere Veranstaltungen interessieren sich junge Leute nun mal nicht oder noch nicht. Wer sich in Uhyst und Umgebung engagieren will, der geht meist in die Feuerwehr. Sich gegenseitig die Leute wegzunehmen, das macht doch keinen Sinn. Und dann ist es ja oft so, dass die Leute, die sich engagieren, gleich mehrfach eingespannt sind. Andere hingegen haben leider gar kein Interesse.

Was haben die Sport- und Kulturfreunde in diesem Jahr noch vor?

Am Mittwoch geht es auf die Jakubzburg Mortka und durch das Lausitzer Seenland. Einige Restplätze gibt es noch. Außerdem werden wir wieder die Feuerwehr Uhyst beim Weihnachtsmarkt unterstützen und die Seniorenweihnachtsfeier organisieren. Vor einiger Zeit hatte ich ein Gespräch mit Maik Hübschmann von den Heimatfreunden Burkau. Vielleicht lässt sich gemeinsam mal etwas auf die Beine stellen.

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