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Jugendtrainer 2014

von Sebastian Hein

Jugendtrainer 2014

Deutschlands beste Übungsleiter durften mit dem Fußballbund nach Spanien fahren. Ein Burkauer war mit dabei. Von Constanze Knappe

Carsten Wittek ist Jugendtrainer des SV Burkau. Er i...st nicht nur bei den Nachwuchskickern beliebt, sondern auch erfolgreich. Als einer von „100 stillen Helden“ wurde er jetzt für eine Bildungsreise des Deutschen Fußballbundes nach Spanien ausgewählt – unter 2 000 Vorschlägen!



Hallo, Herr Wittek, sind Sie ein Fan des FC Barcelona?

Ich bewundere Messi, einen der größten Fußballer überhaupt. Fan bin ich von Dynamo Dresden. Wir Trainer des Burkauer Sportvereins fahren da auch gemeinsam zu Spielen hin.



Sie haben während der Bildungsreise auch das Camp Nou besucht, wo der FC Barcelona beheimatet ist. Mit welchen Eindrücken kamen Sie zurück?

Das Stadion ist einfach riesig, da passen 100 000 Menschen rein. Das ist schon etwas anderes als die meisten Stadien hier in Deutschland. Ich kenne das von Bayern München und Dortmund. Bei den Schwarz-Gelben sind unsere F-Schüler im vorigen Jahr als Einlaufkinder gewesen. Davon schwärmen sie heute noch.



Als einer von 100 Jugendtrainern durften Sie mit nach Spanien. Wie fühlt man sich als „Jugendtrainer 2014“?

Ich habe mich über die Ehrung gefreut. Aber ich sehe das als Auszeichnung für den ganzen Verein, damit wurde die Nachwuchsarbeit des SV Burkau gewürdigt. Vor zehn Jahren hatten wir vier Jugendmannschaften und fünf lizenzierte Trainer. Jetzt spielen doppelt so viele Kinder- und Jugendteams, angeleitet von zwölf lizenzierten Trainern und vier Übungsleitern. Im Februar kommt eine weitere F-Mannschaft hinzu. Wir sind mit 310 Mitgliedern der größte Verein in der Gemeinde Burkau. Und ein attraktiver noch dazu.



Wie findet man Übungsleiter für so viele Kinder und Jugendliche?

Ehemalige Spieler sind über ihre Kinder zurück in den Verein gekommen und haben den Trainerschein gemacht. Die Ausbildung und die Lizenz-Weiterbildung werden vom Verein finanziert. Die Bildungsfahrt hat gezeigt, dass viele Vereine ähnliche Probleme haben: Wie findet man ausreichend Trainer? Wie hält man sie im Ehrenamt? Wie finanziert man Hallenzeiten, Platzmieten, Schiedsrichter?



In Burkau scheint das offenbar gelöst?

Das ging nicht von allein. Bei uns funktioniert es deshalb gut, weil viele der Trainer und Eltern annähernd im gleichen Alter sind. Da ist über die Jahre ein enger Zusammenhalt gewachsen. Ein Beispiel dafür ist, dass zwei Burkauer, die auswärts studieren, trotzdem jeden Freitag bei uns die Bambinis trainieren. Wir haben treue Sponsoren und eine Gemeinde, die uns unterstützt. Ohne diesen Rückhalt wäre der Aufwand nicht zu stemmen.



Mancher Verein versucht, fehlende Übungsleiter für den Nachwuchs mit Trainern aus dem Männerbereich zu kompensieren. Wie sehen Sie das?

Das funktioniert dann nicht, wenn sie versuchen, ihre Methodik reduziert auf Kinder umzusetzen. Vom DFB hat man uns mit auf den Weg gegeben, dass gerade jüngere Kinder weniger in Kondition, dafür umso mehr in Ballbehandlung geschult werden sollten. Das heißt, möglichst viele Ballberührungen auf engstem Raum. Ich habe mich bestätigt gefühlt, dass wir in Burkau damit auf dem richtigen Weg sind. Unsere F- und die E-Jugend sind in der Kreisliga ungeschlagene Tabellenführer.



Wie sind Sie selbst überhaupt zum Fußball gekommen?

Über die Schule. Für mich als Uhyster stand damals die Frage, ob ich nach Kleinhänchen oder Burkau möchte. Weil ich in Burkau zur Schule ging, war es schnell entschieden. Daran sieht man, was die Schule auf dem Dorf für das Vereinsleben bedeutet. Wir haben eine enge Verbindung zu Kindergarten und Grundschule, unternehmen viel gemeinsam. Jedes Jahr im Mai bieten wir Schnupperstunden in unseren zwei Bambini-Mannschaften an. Die Eltern warten da schon darauf.



Weshalb sind Sie Trainer geworden?

Ich habe etliche Jahre beim SV Burkau aktiv gespielt. Nach einer Verletzung war das nicht mehr so intensiv möglich. Da habe ich mir das Training der B-Jugend bei unserem Vereinschef Thomas Franke angeschaut – und hatte Spaß daran. 2005 bekam ich mit den Bambinis meine erste eigene Mannschaft. Ein Großteil der Kinder ist noch dabei, spielt jetzt in der C-Jugend. Es macht Freude, wenn man ihre Entwicklung sieht. Ehrlich gesagt, bin ich vor einem Spiel manchmal sogar aufgeregter als die Kinder.



Es ist doch aber nicht selbstverständlich, dass Sie Ihre Freizeit opfern, um die Kinder anderer Leute zu beschäftigen?

Nein, aber es macht Spaß. Außerdem habe ich mit den meisten Vätern zusammen Fußball gespielt. Über die Jahre entsteht da ein Zusammenhalt, den keiner im Dorf missen möchte. Das macht den Unterschied zu großen Städten aus.



Wie vereinbaren Sie zweimal die Woche Training, dazu Punktspiele am Wochenende mit Beruf und Familie?

Mein Sohn Luca spielt in der F-Jugend. Von daher dreht sich in unserer Familie ohnehin viel um Fußball. Meine Frau ist sehr verständnisvoll, und ich habe einen sportbegeisterten Chef. Ohne dieses Verständnis wäre es schwieriger. Aber das geht doch allen so, die sich ehrenamtlich als Trainer engagieren. Zumal es mit den 90 Minuten Training allein nicht getan ist. Rechnet man Vor- und Nachbereitung, Punkt-, Pokal- und Freundschaftsspiele hinzu, kommen etliche Stunden pro Jahr auf dem Fußballplatz zusammen.



Gemessen an den Mannschaften – müssen Sie sich in Burkau um den sportlichen Nachwuchs gar keine Gedanken machen?

Jein. Im Fußball haben wir keine Nachwuchssorgen. Im Tischtennis und Kegeln schon eher, weil die Kinder zuerst mit Fußball anfangen. Für wen das nichts ist, der kann sich gern in einer anderen Abteilung unseres Vereins ausprobieren. Außerdem haben wir eine allgemeine Sportgruppe für Kinder. Da vermitteln wir ihnen Freude an Bewegung und das Gefühl, dass es gemeinsam im Verein Spaß macht. Das kommt so gut an, dass bei uns nicht nur Kinder aus Burkau trainieren.



Kicken Sie selber noch gelegentlich?

Ab und zu. Wenn es die Zeit hergibt, freitags mit den Alten Herren.



Was wünschen Sie sich für den Verein?

Dass viele beim Fußball bleiben und wir die Gemeinschaft im Verein noch lange so erhalten können.

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