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Junghennenaufzucht nicht in Auschkowitz

von Sebastian Hein

Bericht Oberlausitzer Kurier vom Samstag, 22.03.2014, Katrin Kunipatz

Die Ovovac GmbH sucht in Burkau nach einem Standort für eine Junghennenaufzucht. Einem möglichen Standort bei Auschkowitz wurde dieser Tage eine Absage erteilt.   Überrascht und verärgert sind Bürger in den Burkauer Ortsteilen Auschkowitz, Pannewitz, Kleinhänchen und Neraditz. Bei einer Einwohnerversammlung mussten sie vergangene Woche erfahren, dass die Ovovac GmbH plant auf Ackerflächen zwischen ihren Orten Ställe für die Aufzucht von Junghennen zu bauen. In den zwei Ställen sollen insgesamt 100.000 Tiere aufwachsen. Von Burkau aus würden sie in die Legehennenställe nach Techritz und Leutwitz gebracht, um dort Eier für die Brüterei in Burkau zu legen.

Im Jahr 2008 eröffnet Ovovac im Gewerbegebiet Burkau eine Brüterei und produziert hier Eier für die Impfstoffproduktion der GlaxoSmithKline Biologicals in Dresden (ehemals Sächsisches Serumwerk Dresden). Nach und nach entstanden drei Legehennenställe für insgesamt rund 100.000 Hühner, um die Eier nicht aus den westlichen Bundesländern heranzuschaffen. Nun fehlt noch der Aufzuchtstall für die Legehennen. An den bisher betrachteten Standorten in Döbra bei Oßling und Kubschütz bei Bautzen konnte Ovovac die eigenen Pläne nicht umsetzen.
Im Oktober wurde Georg Gronbach, Geschäftsführer der Ovovac deshalb beim Gemeinderat Burkau vorstellig. Er stellte seine Pläne vor: Zwei Ställen für jeweils 50.000 Tiere wolle er bauen. Damals war eine Fläche im Gewerbegebiet nahe der Autobahn im Gespräch. Die Gemeinderäte fragten kritisch nach, stimmten aber schließlich mehrheitlich für die Aufstellung des Bebauungsplans. Doch die anvisierten Flächen stellten sich als nicht geeignet heraus.
Die Suche ging weiter und ins Visier rückten Ackerflächen zwischen Auschkowitz, Pannewitz, Kleinhänchen und Neraditz. Was genau auf den Flächen passieren soll, davon war in der Einladung zur Einwohnerversammlung keine Rede. Bürgermeister Sebastian Hein sieht in der Art der Einladung kein Problem. Eigentlich sollten die Bürger froh sein über die zeitige Einbindung. "Wir wollen eben nicht über die Köpfe der Leute hinweg entscheiden", erklärt er. Einziges Ziel der Versammlung sei es gewesen, abzuklären, wie die Leute vor Ort denken.
Die Anwesenden seien jedoch irritiert gewesen, äußert ein Bürger im Rückblick. Man fühlte sich vor vollendete Tatsachen gesetzt. Noch während der Sitzung äußerten anwesende Bewohner der betroffenen Orte ihre Bedenken. Ihre Sorgen gelten dem zunehmenden Lkw-Verkehr, Lärm, Schmutz, Geruchsbelästigungen und einer Gefährdung durch Krankheitserreger.
"Dies ist völlig unberechtigt", sagt Georg Gronbach, Geschäftsführer der Ovovac GmbH. Er berichtet aus eigener Erfahrung. So befindet sich die Verwaltung der Mutterfirma der LSL Rhein-Main GmbH & Co. KG direkt neben einem Elterntierstall und von Beeinträchtigungen sei nichts zu merken. Georg Gronbach nimmt an, dass die Bedenken der Anwohner vor allem aus Unkenntnis herrühren.
Grundsätzlich werde die Baugenehmigung für einen Tierstall nur im Rahmen eines emissionsschutzrechlichen Genehmigungsverfahrens erteilt, bei dem 16 unterschiedliche Ämter und Institutionen das Projekt "durchleuchten". Der Verkehr während des Betriebs beschränkt sich auf die Beschäftigten des Stalls. Die Küken selbst wachsen zwanzig Wochen im Stall auf, bevor sie in die Legeställe gebracht werden. Zweimal im Jahr würde dies passieren, so Gronbach. Ihm ist weiterhin an einer sachlichen Diskussion gelegen. Er verweist vor allem auf die geschaffenen Arbeitsplätze in der Region und die Bedeutung, die die Impfstoffherstellung für das Wohl aller hat.
Die Suche nach einem Standort für die Ställe werde nun in Burkau weitergeführt. Bürgermeister Hein hat den Anwohnern in Kleinhänchen, Pannewitz, Auschkowitz und Neraditz per Brief mitgeteilt, dass vom geplanten Standort Abstand genommen wird. Georg Gronbach erklärt, ihm sei sehr daran gelegen in Burkau ein passendes Grundstück für die Junghennenaufzuchtanlage zu finden. Die Unterstützung von Bürgermeister und Gemeinderat ist ihm sicher. "Wir sind guten Mutes, eine Lösung zu finden", sagt der Ovovac-Geschäftsführer zuversichtlich.

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