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Neues Zuhause für Burkau Schweine

von Sebastian Hein

Neues Zuhause für Burkauer Schweine

Von der kleinen Wiese hinter Andreas Zaplatas Haus ist nicht mehr viel zu sehen. „Das war alles grün“, sagt der 51-Jährige. Mittlerweile gleicht der Rasen einem Acker. Für die Furchen sind Andreas Zaplatas neue Mitbewohner verantwortlich. „Das sind Schweine“, sagt er. Das ist kein Schimpfen, sondern eine nüchterne Feststellung. Denn seit wenigen Tagen beherbergt der Tierpfleger drei Hängebauchschweine auf seinem Hof in Diehsa und die stecken ihre Rüssel nun mal liebend gerne in die Erde und wühlen los. Damit die Borstentiere aber nicht auch noch den Zaun ihres Geheges ausgraben, hat Andreas Zaplata eine Stromleitung gelegt.

Mancher im Dorf ist angesichts der neuen Bewohner elektrisiert. Gerade die Kinder aus dem Ort haben schon nach den Minischweinen gefragt. Sie haben die Tiere sehen wollen, die in Burkau gefunden wurden und über die schon so viel in der Bischofswerdaer SZ stand. Andreas Zaplata und seine Frau besaßen, bevor die Schweine kamen, schon Perlhühner, Höckergänse und Walliser Schwarzhalsziegen. An der Toreinfahrt liegen zwei gemütliche altdeutsche Schäferhunde, hinter dem Haus rangeln Ziegenböcke. Dazwischen trabt ein Pferd. Es gurrt, wiehert und kräht auf dem Hof in der Diehsaer Mittelstraße. Und neuerdings grunzt es dort auch.

„Es ist ein Spaßhof“, sagt Andreas Zaplata über sein Gehöft. Mindestens 50 Tiere tummeln sich dort. Genau gezählt hat er sie nicht. Vor sieben Jahren ist der Tierpfleger mit seiner Frau nach Diehsa gezogen. Ein Leben ohne Tiere können sich beide nicht vorstellen. Darum haben sie das lange leer stehende Haus saniert und die zwei Hektar Land für ihre Tiere hergerichtet. Als lauthals ein Schwarm Vögel vorbeizieht, blickt Andreas Zaplate zufrieden gen Himmel. „Herrlich. Kraniche. Darum wohne ich auf dem Dorf“, sagt er. Dass der Boden unter ihm zuweilen etwas feucht ist, stört ihn nicht. „Gummistiefel gehören ganz einfach dazu“, sagt er mit einem Lächeln.

Wochenlang haben die Tiere zuvor in Burkau bei Bischofswerda in einem Maisfeld gelebt. Wie sie dort hingekommen sind, ist bis heute ein Rätsel. Denn in freier Wildbahn kommen sie nicht vor. Beherzte Burkauer haben die Vierbeiner schließlich eingefangen. Da kein Besitzer ermittelt werden konnte, nimmt sich nun Andreas Zaplata der Tiere an. Denn er hat ohnehin vorgehabt, sich Schweine zuzulegen. Da er aber nicht groß in Stall und Futter investieren möchte, kommen ihm die pflegeleichten Minischweine gelegen.Eber, Bache und Ferkel – die drei Tiere sind eine Familie. Und die könnte bald größer werden. Andreas Zaplata weiß nicht, ob die Bache aus Burkau bereits trächtig ist. Das sei erst in sechs bis acht Wochen eindeutig zu sehen. Behalten möchte er möglichen Nachwuchs jedoch nicht. Denn Schweine werfen im Schnitt zweieinhalb Mal pro Jahr. „Ich esse keine 20Schweine im Jahr“, sagt der Tierpfleger. Das Ferkel würde der Tierpfleger auch gerne abgeben. Denn es ist ein Männchen und somit wohl nur eine Frage der Zeit, bis es mit seinem mutmaßlichen Vater aneinandergerät.

Früher haben die Bauern untereinander Tiere getauscht und sich gegenseitig über die Zucht verständigt, erzählt Andreas Zaplata, der auf einem Bauernhof in Jauernick-Buschbach groß geworden ist. „Das ist leider aus der Mode gekommen“, sagt er. Wenige halten auf den Dörfern heute noch Tiere. Die einen sind zu alt dafür, anderen fehlt das Geld oder die Zeit, schätzt der Tierpfleger. Er hat das Glück, privat und beruflich sehr viel mit Tieren zu arbeiten

Gelernt hat Andreas Zaplata Schäfer und diesen Beruf auch bis zur Wende ausgeübt. In den Wirren der Wende wird er arbeitslos und schult zum Straßenbauer um. Als 1994 eine Stelle im Tierpark Görlitz frei wird, kann er wieder mit Tieren arbeiten. Für ihn ist es ein Traumjob.

Wer hierzulande wie Andreas Zaplata in seiner Freizeit vier Dutzend Tiere hält, gilt als Exot. Er macht sich die Arbeit gern. Andere gehen ins Theater, er füttert oder mistet aus. Zuletzt hat er den Minischweinen einen Stall gebaut. Vor einigen Jahren sei es ein regelrechter Boom gewesen, solche Schweine zu halten. Dann hätten viele gemerkt, wie viel Arbeit die Tiere machen, die der Mensch aus Hängebauchschweinen gezüchtet hat.

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