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Nilsgänse im Anflug

von Sebastian Hein

Burkauer haben diese Wildvögel hier noch nie gesehen. Experten sehen ihr Auftauchen aber weniger euphorisch. Von Carolin Menz

Diese Nilgans erwischte die Fotografin 2012 in Haßmersheim am Neckar.© Regina Berger

Günter Preusche sucht das Teichgebiet ab nach den neuen Bewohnern Burkaus. Seit Tagen schon beobachtet er Nilgänse hier, die rasch auffallen dank ihres bunten Gefieders. Zum Fototermin waren sie allerdings gerade ausgeflogen. Vor allem morgens lassen sie sich beim Fressen und Balzen zusehen.

Die Nachbarschaft auf Wachposten. Schon früh um sieben Uhr guckt Mathias Hüsni aus dem Küchenfenster. Wie immer auf „Laaschens Teich“. Und doch neugieriger und gespannter als sonst. Vor Tagen entdeckte der Vogelnarr und Storchenfreund aus Burkau erstmals zwei ganz unbekannte Gänse auf zwei ungewöhnlich hohen, knallroten Beinen. Wie sie da schnäbelten nach Futter im flachen Wasser und Grashalme zupften auf den Wiesen nebenan. Noch nie habe er derartige Vögel in freier Wildbahn gesehen, schon gar nicht in Burkau, vor der eigenen Haustür, wie Mathias Hüsni begeistert erzählt. Tief beeindruckt ob der Schönheit, vor allem des männlichen Tiers. Mit herrlich buntem Gefieder, braunen Augen- und Brustfleck, roter Färbung des Schnabels. Mathias Hüsni hin und weg. Und nach der Recherche im Internet schlauer: „Nilgänse sind da zu uns gekommen. Sie sind schon heftig am Balzen. Vielleicht haben wir ja Glück und sie brüten bei uns hier“, sagt Mathias Hüsni. Ein Haus weiter der zweite Wachposten. Mathias Hüsnis Nachbar Günter Preusche, auch er ein Vogelfreund. Die Nachbarn freuen sich über das plötzliche Erscheinen der Gänse, die ursprünglich aus Afrika stammen. Und wundern sich. Ob ihr Auftauchen am milden und schneefreien Winter liegt? Die ersten Störche in Sachsen seien ja auch schon da, sagt Mathias Hüsni.

Mit dem milden Winter hat das Erscheinen der neuen Gäste nichts zu tun, Nilgänse, die hier auftauchen sind in der Regel keine Zugvögel, sagt Klaus-Henry Tauchert, Mitarbeiter der Vogelschutzwarte in Neschwitz. Er ist weniger euphorisch darüber, dass die Nilgänse in der Region eingeflogen sind. „Die Nilgänse sind eine nicht-einheimische Art, entstammen also der Gefangenschaft aus Wassergeflügelzuchten im mitteleuropäischen, sind geflüchtet oder ausgesetzt worden“, so Klaus-Henry Tauchert. Seit einigen Jahren nun siedeln sich die „Flüchtlinge“ in freier Wildbahn an – und vermehren sich erfolgreich. Eine Entwicklung also, die in der Neschwitzer Vogelschutzwarte eher mit Skepsis beobachtet wird. „In Westdeutschland gibt es inzwischen schon recht große Bestände. In Sachsen kommen sie vor allem in westlichen und nordwestlichen Teilen vor. Insgesamt geht man von einem Bestand zwischen 30 bis 50 Paaren aus“, so Klaus-Henry Tauchert. In der Lausitz machen sich die bunten Gänse hingegen noch rar – insofern dürfen sich die Burkauer freuen. Erst fünf bis sechs Paare wurden bisher in der Region gezählt.

Gegen die Ausbreitung der Nilgänse werde nichts unternommen, solange sie sich unproblematisch verhalten, sagt Klaus-Henry Tauchert. Und doch sei Ärger nicht gänzlich ausgeschlossen. „Problematisch können die Tiere am Nistplatz werden, dann werden sie zum Teil recht aggressiv und könnten so heimische Vögel, wie etwa den Weißstorch bei der Brut stören oder ihn sogar verdrängen“, sagt Klaus-Henry Tauchert. Enten vom Wasser vertreiben sie schon jetzt, wie Günter Preusche sagt.

Die Nachbarn wollen die neuen Gäste nun weiter beobachten. Überhaupt seien der Teich und die Wiesen drumherum ein beliebtes Vogelrevier, wie Mathias Hüsni sagt. Und so lässt sich auch der herrlich bunte Eisvogel mehr und mehr blicken in Burkau. „Ich habe dieser Tage sogar zwei entdeckt“, so Günter Preusche, der den Tieren bereits eine Holzstütze baute, von der sie sich auf der Jagd nach Beute ins Wasser stürzen können. Das erneute Auftauchen des Eisvogels erfreut Experten von der Vogelschutzwarte in Neschwitz ebenso wie die Burkauer Nachbarschaft. „Bei Eisvögeln verzeichnen wir nach zwei recht milden Wintern inzwischen wieder recht gute Bestände“, so Klaus-Henry Tauchert. Bei seinem Namen nicht zu erwarten, sei der Eisvogel aber sehr anfällig gegen Kälte, das ließe Bestände immer wieder schwanken, so Klaus-Henry Tauchert. Die Burkauer Nachbarschaft bleibt auf Wachposten.

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