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Noch mehr Windräder nach Burkau?

von Sebastian Hein

SZ Bericht vom 12.08.2013

Energiewende hin oder her: Viele Burkauer sehen in der auf dem Marienberg geplanten Investition eine Bedrohung. Alle nicht. Ein Stimmungsbild...Von Carolin Menz...

Auf dem Burkauer Marienberg drehen sich schon vier Windräder. Zu übersehen sind sie nicht. Auch vom Freibad aus ragen sie nur wenige hundert Meter entfernt in die Höhe. Foto: Thorsten Ekcerrt
©thorsten eckert

Wenn richtig viel Trubel ist im Burkauer Freibad, dröhnt fröhliches Quieken vom Wasser . Doch morgens, wenn es noch ruhig ist und Senioren gemächlich ihre Bahnen ziehen, lassen die vier Windräder auf dem Marienberg schon mal von sich hören. Ein Brummen sei das, sagt Schwimmmeister Bernd Noack. Das aber stört ihn kaum. Viel mehr stört ihn diese unmittelbare Nähe der Windräder am Freibad. Die Windräder beeinträchtigen den Badespaß, sagt er. Und die Wohnqualität der Burkauer, insbesondere der Anwohner. Sein Kollege, erzählt er, müsse manchmal frühmorgens beim Frühstück aus der Küche flüchten. So nervig sei der Schattenschlag. „Und oft drehen sich die Windräder ja gar nicht, da sind sie abgeschaltet, weil schon viel zu viel Strom produziert wurde.“ Das Thema Windräder bringt Bernd Noack auf die Palme. Er ist strikt gegen den Plan des Burkauer Unternehmens OWE Oberlausitzer Windenergien GmbH und CO. KG., noch zwei weitere Windkraftanlagen aufzustellen. „Ich finde, die haben in unmittelbarer Wohnbebauung nichts zu suchen, wir haben hier mehr als genug.“

Diskussion im Dorf

Die geplante Erweiterung des Windparks bewegt die Gemüter im Dorf. Da prallen verschiedene Meinungen aufeinander, kursieren Gerüchte und Unwahrheiten. Niemand sei dafür, sagen manche im Dorf. Andere sagen, vielen sei es egal, da man ja ohnehin schon mit Windrädern lebe. Der Gemeinderat hatte mit breiter Mehrheit gegen die Windräder gestimmt. Drei Räte aber enthielten sich. Druck sei ausgeübt worden, sagt man.

Eine Bürgerinitiative kämpft gegen die geplanten Anlagen. Obwohl man sich jetzt Beschimpfungen und Bedrohungen ausgesetzt fühlt, wie Mitinitiator und Gemeinderat Stefan Ansgar Strewe der SZ schreibt. „Wir sind gegen den Neubau der beiden Megawindräder, weil sie das Landschaftsbild und die Umwelt beeinträchtigen. Wir sehen eine Grenze überschritten.“ Einige in Burkau rümpfen da jedoch die Nase. Der Bürgerinitiative gehe es doch nur um den eigenen Blick, sagen einige. „Ja, richtig, als Anwohner fühlen wir uns auch selbst betroffen“, entgegnet ihnen Stefan Ansgar Strewe. Deshalb wolle man sich nicht beeindrucken lassen. Keineswegs solle der Eindruck entstehen, die Bürgerinitiative sei gegen Windräder. „Wir sind pro Windkraft“, sagt Stefan Ansgar Strewe. Aber eben nicht mehr in Burkau. Die Initiative, in der sich auch Burkaus Bürgermeister Sebastian Hein (CDU) engagiert, fürchtet um die Wohnqualität und die Attraktivität des Freibades, befürchtet hohe Wertverluste der Grundstücke sowie zusätzliche Lärmbelästigung.

Sten Jacobson, Gesellschafter bei OWE, findet Kritik durchaus legitim. Er will sich ihr gern stellen, wie er sagt. „Doch es ist keinesfalls so wie behauptet, dass der gesamte Ort gegen die Windräder ist. Das erfahre ich in vielen Gesprächen. Einige befremdet das Vorgehen der Bürgerinitiative sogar.“ Wie auch Edda Klose aus Burkau. Sie sagt Ja zur Erweiterung des Windparks, will die Argumente der Gegner nicht geltenlassen. Der Schattenschlag zum Freibad sei nur kurzzeitig, der Lärmpegel erwiesen verschwindend gering, schreibt sie der SZ. Nachhaltige Energie sei wichtig. Zudem entgingen der Gemeinde bei Ablehnung der Windräder Gewerbesteuereinnahmen.

Nach Angaben des Investors wären bis zu 40 000 Euro möglich. Eine ähnliche Höhe werde in Ortschaften gezahlt, in denen OWE Anlagen gebaut hat, sagt Sten Jacobson. Diese Summe sei viel zu hochgegriffen und mit der Betriebsform KG sei es zudem möglich, Steuern zu umgehen, heißt es bei Gesprächen im Ort zum Thema Windräder. Auch in der Burkauer Kämmerei will man in der aufgeheizten Situation keine Angaben machen, wie viel Gewerbesteuer schon jetzt fließt oder gar darüber, welche Einnahmen zusätzlich zu erwarten seien.

Einige Burkauer meinen, die Gemeinde solle auf diese Einnahmen verzichten. Langfristig zähle doch, dass sich Menschen ansiedeln und Häuser bauen. Davon profitiere der Ort doch viel mehr. Und das Freibad. Bernd Noack blickt hinüber zum Marienberg. Die Windräder drehen sich leicht. „Die beiden geplanten Windräder würden noch dichter am Bad stehen, es sind dann nur noch ein paar Hundert Meter Abstand“, sagt er. Viel zu wenig, so mitten im Ort, findet Bernd Noack. Er und andere Burkauer hoffen nun auf einen neuen Erlass der Landesregierung, wonach Windräder nicht näher als 1000 Meter an Wohnbebauung angrenzen sollen. Doch diese Empfehlung an Sachsens Regionale Planungsverbände wird keine Auswirkung haben auf das Vorhaben in Burkau. Das sagt Jörg Weichler, Fachbereichsleiter Regionale Planung und Regionalentwicklung beim Planungsverband Oberlausitz-Niederschlesien auf Anfrage. „Bestehendes Recht wird mit dem Erlass nicht aufgehoben.“ Und: Der Erlass hat natürlich seine Tücken. Über Mindestabstände wird weiterhin im Einzelfall entschieden.

Bernd Noack überlegt, der Bürgerinitiative beizutreten. Er will sich wehren gegen noch mehr Windräder, wie er sagt

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