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Schwein gehabt

von Sebastian Hein

SZ Bericht vom 09.10.2013

Die in Burkau eingefangenen Hängebauchschweine haben einen neuen Besitzer. Umzug ins Glück ist nächste Woche. Von Carolin Menz
Der Besitzer der drei Hängebauchschweine hat sich nicht gemeldet. Nun kommen sie in Diehsa bei Niesky unter. Andreas Zaplata nimmt sie bei sich auf. Foto: Thorsten Eckert  ©thorsten eckert

Schweinerei mit Happy End: Für die unbekannten Hängebauchschweine, die Burkauer Männer in einer spektakulären Aktion von einem Maisfeld einfingen, ist ein neues Zuhause gefunden worden. Die dreiköpfige Schweinefamilie wird voraussichtlich nächste Woche umziehen – ins beschauliche Diehsa bei Niesky. Tierfreund Andreas Zaplata wird die Schweine bei sich aufnehmen. Der Tierpfleger im Görlitzer Naturschutztierpark bietet ihnen ein idyllisches Heim auf dem Lande: Eine großzügige Hütte mit weichem Stroh unterm Hintern, eine große Wiese für ganz viel Bewegungsfreiheit und einen riesigen Erdauslauf, in dem Wühlen und Suhlen erlaubt sind. Und es gibt einen schützenden Zaun, um eventuelle Fluchtversuche von Familie Hängebauchschwein von Beginn an zu unterbinden. „Wir hatten ohnehin vor, privat eine kleine Zucht aufzubauen“, sagt Andreas Zaplata, der sich berufsbedingt auskennt mit Schweinen: Seit 19 Jahren arbeitet er im Görlitzer Naturschutztierpark und half dort mit, eine Schweinezucht aufzubauen. So sagte er spontan zu, als er um Asyl für drei in Burkau gestrandete Hängebauchschweine gebeten wurde.

Der Burkauer Uwe Schmidtmann ist erleichtert, dass die schweinische Angelegenheit ein Happy End hat, hatte sie doch vor seiner Haustür begonnen. Nicht schlecht gestaunt hatte er Mitte August, als die Familie plötzlich im Maisfeld neben dem Wohnhaus auftauchte – wohl ihrem bis heute unbekannten Besitzer ausgebüxt oder wie Schmidtmann vermutet, von irgendwem ausgesetzt.

Das Trio hatte sich eingerichtet im mannshohen Mais, suhlte sich in der Erde und konnte fressen ohne Ende. Ein Rankommen an die Tiere aber war unmöglich, sie waren scheu. Doch Mitte September wurde der schützende Mais geerntet. Lebensraum und Futter waren weg. Also beschloss Uwe Schmidtmann: Die fangen wir ein. Gemeinsam mit kräftigen Männern aus der Nachbarschaft wurden die wuchtigen Tiere überwältigt und in seinem Garten untergebracht. Spätestens da war die Gemeinde vom tierischen Vorfall informiert. Ausgebüxte Tiere gelten als Fundsache. Weil Uwe Schmidtmann nicht genügend Platz hatte, wurden die Schweine dann in einem Stall beim Burkauer Klaus Semmer untergestellt. Sauwohl fühlen sie sich hier – doch nicht mehr lange. Anfang nächster Woche will Andreas Zaplata die Tiere abholen. Das Ehepaar Schmidtmann hatte sich kräftig ins Zeug gelegt, um ein artgerechtes Zuhause für die Schweinefamilie zu finden. Die Tierfreunde wollten vermeiden, dass sie getrennt werden. „Wir haben tagelang rumtelefoniert“, so Uwe Schmidtmann. In Zoos haben sie nachgefragt, bei Landwirten, Züchtern. Zunächst ohne Erfolg. „Doch nun hatten wir Glück, dank der guten Kontakte meiner Frau in Görlitz.“ Seit fast 30 Jahren betreibt Angelika Schmidtmann hier eine Rechtsanwaltskanzlei, kennt Hinz und Kunz. „Und so kamen wir über drei Ecken auf Andreas Zaplata“, so Uwe Schmidtmann.

Andreas Zaplata will nun hobbymäßig eine kleine Hängebauchschweinzucht aufbauen. Er wäre nicht böse drüber, wenn sich bald Nachwuchs einstellt. Allem Anschein dachten sich das die Hängebauchschweine wohl auch. Uwe Schmidtmann vermutet, dass die Sau trächtig ist. Ihr Bauch hängt besonders tief.

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