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Tagesmütter suchen Kontakt zu Kitas

von Sebastian Hein

Der Wechsel in große Einrichtungen fällt den Kindern oft nicht leicht. Eine neue Initiative soll helfen. Von Frances Scholz

Kerstin Liebelt nimmt sich als Tagesmut...ter viel Zeit für die Kinder. Sorge macht ihr und vielen anderen Tagesmüttern allerdings der Übergang in die Kita. Deswegen hat die Uhysterin mit anderen Tagesmüttern eine Initiative gegründet. Sie wollen gemeinsam mit Kitas, Eltern und Vertretern der Jugendämter Lösungen erarbeiten.
© Uwe Soeder

Bunte Bauklötze und Spielzeugbagger mögen die Kinder von Tagesmutter Kerstin Liebelt am liebsten. „Als Tagesmutter kann man individueller auf Kinder eingehen“, so die Uhysterin. Seit fünf Jahren betreut sie Kinder im Alter bis drei Jahre. Kennt Wünsche und Eigenheiten jedes Kindes. „Kritisch wird der Übergang in die Kita. Dann finden sich Kinder plötzlich in größeren Gruppen wieder. Viele verstört das.“ Um ihnen die Eingewöhnung zu erleichtern, hat sie die Initiative „Bautzener Tageseltern“ mit gegründet. Diese ist aus dem Bautzener Verein für Kindertagespflege hervorgegangen, in dem sich Kerstin Liebelt ebenfalls engagiert. Der Verein hat 69 Mitglieder. 117 Tagespflegepersonen arbeiten im Kreis insgesamt – davon vier in Bischofswerda und jeweils eine in Großharthau, Uhyst, Großhänchen, Demitz, Neukirch und Frankenthal. Viele der Tagesmütter des Vereins treffen sich einmal im Monat, um sich auszutauschen und Probleme anzusprechen. In der neuen Initiative liegt der Schwerpunkt auf einer besseren Zusammenarbeit zwischen Tagesmüttern und Kommunen, Jugendämtern und Kitas. Nun waren erstmals auch Eltern, Kitaleiter und Mitarbeiter des Jugendamtes bei einem Treffen dabei. Gemeinsam überlegten sie, wie man Kindern den Übergang von der Tagesmutter in die Kita erleichtern kann. Tagesmütter wünschen sich vor allem, dass sie mit den Kindern vorab in den Kitas vorbeikommen und Erzieherinnen kennenlernen. „Am besten, wenn nicht so viele Kinder in der Kita sind“, schlägt Tagesmutter Illona Theiß vor. Sie hat Angst, dass die Erzieherinnen später nicht auf Stärken und Schwächen der Kinder eingehen.

Markus Heimann, Leiter der Kita „Benjamin Blümchen“, versteht die Bedenken der Tagesmütter. „Sie haben Angst um ihren Erfahrungsschatz, kennen das Kind ja fast besser als die Eltern, weil sie über den Tag viel Zeit miteinander verbringen.“ Er sei dankbar für Ideen der Tagesmütter, gibt aber auch zu bedenken, dass Kita-Mitarbeiter keine Möglichkeiten haben, sich vorab ausführlich mit jedem Kind und dessen Tagesmutter länger zu beschäftigen. Kitaleiterin Yvonne Schäfer vom DRK-Kinderhaus „Findikus“ sieht vor allem Eltern in der Pflicht. „Wir müssen sie mitnehmen. Sie müssen wissen, wie wichtig der Übergang für ihr Kind ist.“ Dieser Meinung ist auch Vater André Böhmer. Sein Sohn wird von einer Tagesmutter betreut. Er möchte vor allem mehr Freiheiten für Eltern. „Ich wünsche mir, dass Eltern selbst entscheiden können, in welche Einrichtung ihr Kind geht.“ Dass das in Bautzen schwierig ist, wissen die Verantwortlichen in den Kitas. „Wir haben nur eine bestimmte Anzahl an Plätzen. Wenn die vergeben sind, sind die vergeben“, sagt Kitaleiterin Yvonne Schäfer.

Das wissen auch die Mitarbeiter des Jugendamtes. „Deswegen ist es auch möglich, im Ausnahmefall das Kind länger bei einer Tagesmutter zu lassen. Viele Eltern haben das Problem, ihre Kinder pünktlich in einer Kita unterzubringen“, so Anke Schneider-Hellebrandt, Fachberaterin für Kindertagespflege beim Jugendamt. Sie hält die Zusammenarbeit zwischen Tagesmüttern und Kitas für wichtig. „Es gibt ja auch eine Kooperation zwischen Grundschulen und Kitas. Warum sollte es nicht auch so eine Kooperation mit Tagesmüttern geben.“ Am Ende gehe es um die Kinder. Man müsse im Rahmen des Möglichen Ideen entwickeln, um den Start in der Kita zu erleichtern. „Da sind natürlich auch die Eltern gefragt“, sagt Anke Schneider-Hellebrandt. Sie weiß, dass sich viele Eltern eher für eine Tagesmutter als für eine Krippe entscheiden. „Beide Angebote sind gleichwertig und kosten das gleiche. Tagesmütter sind aber etwas flexibler als die Einrichtungen und deswegen beliebt.“

Wie ein guter Übergang in die Kita klappen kann, zeigt ein Beispiel aus Uhyst. „Eine Erzieherin wird künftig Ansprechpartnerin für Tagesmütter und Eltern in der Eingewöhnungszeit sein. Die soll auch langfristig erfolgen“, sagt Erzieherin Diane Grübner vom Kindergarten „Bienenhaus“. Gemeinsame Feste und Mutter-Kind-Kreise soll es außerdem geben. „So etwas wird nicht überall und für jede Tagesmutter und Kita machbar sein, aber es ist ein guter Ansatz“, sagt Anke Schneider-Hellebrandt. Auch Kerstin Liebelt ist mit den ersten Ideen zufrieden. „Bei den nächsten Treffen müssen wir dann weiter daran arbeiten.“

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