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Vertrauen statt Heldenmut braucht es bei der Feuerwehr

von Sebastian Hein

Vertrauen statt Heldenmut braucht es bei der Feuerwehr

Freiwillig und ehrenamtlich helfen die Feuerwehrleute, wenn andere in Not sind. Voraussetzung dafür sind eine umfangreiche Ausb...ildung und gute Technik.

  Egal ob am Tag oder in der Nacht – ertönt in Burkau die Sirene, eilen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr zum Gerätehaus. Die Alarmdepesche, gesendet von der Leitstelle in Hoyerswerda, gibt nur in Stichworten die Situation und den Einsatzort wieder. Darin heißt es beispielsweise: VKU BAB4, 2 Pkw, 1 eingeklemmte Person. "Das genaue Lagebild zeigt sich erst am Einsatzort", sagt Gemeindewehrleiter Stefan Hentschke.

  Der 31-Jährige spricht aus Erfahrung. Angefangen hat er in der Jugendfeuerwehr und wechselte mit 16 Jahren in die aktive Abteilung. Vor vier Jahren wählten ihn die Kameradinnen und Kameraden zum Gemeindewehrleiter. Zuvor hat Stefan Hentschke bei verschiedenen Lehrgängen an der Landesfeuerwehrschule, im Rahmen der kreislichen Ausbildung oder bei Sonderlehrgängen die entsprechenden Qualifikationen erworben. Damit ist er nicht allein. Jeder der 26 Feuerwehrmänner im aktiven Dienst der Ortsfeuerwehr Burkau muss jährlich 40 Stunden laufende Ausbildung nachweisen. Hinzu kommen zusätzliche Schulungen, das Training sowie die Pflege und Wartung der Ausrüstung. Dies trifft auch auf die 80 Männer und Frauen der drei anderen Ortswehren zu. "Ein Engagement, das große Anerkennung verdient", betont Stefan Hentschke. "Jeder der Aktiven geht einer Arbeit nach, viele haben Haus, Hof und Familie."

  Neben dem persönlichen Einsatz sind es im Fall Burkaus zwei Firmen – die Burkauer Agrar GmbH und die AGRAM Landtechnikvertrieb GmbH – die Anerkennung verdienen. Wie der Gemeindewehrleiter berichtet, stellen beide Arbeitgeber die Feuerwehrleute bei einer Alarmierung für den Einsatz frei. So kann die Ortsfeuerwehr Burkau selbst am Tag mit einer Staffel ausrücken, zu der sechs Kameraden gehören. Theoretisch ist aber eine Gruppe von neun Leuten nötig, deshalb alarmiert die Leitstelle je nach Einsatzstichwort auch die Wehren aus Uhyst a.T. oder Großhänchen/Pannewitz.

"Die Autobahn war, ist und wird weiter unser Schwerpunkt sein", erklärt der Wehrleiter. Die Freiwillige Feuerwehr Burkau betreuen zusätzlich zur Gemeinde über 29 Autobahnkilometer zwischen den Autobahnauffahrten Salzenforst und Ohorn. Etwa zweimal im Monat ist dort ihre Hilfe gefragt – als einfache Hilfeleistung, beim Brand von Fahrzeugen oder zur Rettung eingeklemmter Personen.Bei einem Unfall sind immer der Vorausgerätewagen (VGW) und ein Löschgruppenfahrzeug dabei. "Brandgefahr besteht bei jedem Unfall, deshalb muss ein Fahrzeug mit Löschwassertank vor Ort sein", erklärt der Gemeindewehrleiter. Nicht weniger wichtig ist der VGW. Darin transportieren die Feuerwehrleute hydraulische Rettungsgeräte, Abstützsysteme und Lufthebekissen zum Einsatzort. Stefan Hentschke öffnet die Klappe zum Geräteraum des VGW. Griffbereit liegt dort der hydraulische Rettungssatz. Die überdimensionale Schere wiegt knapp 20 Kilogramm und hat 104 Tonnen Schneidkraft. "Damit lässt sich ein 41 Millimeter dicker Rundstahl zerschneiden", erklärt er. Daneben liegt der Spreizer, der mit einer Kraft von bis zu 34 Tonnen, Dinge auseinander drücken kann. Beide Geräte sind mit zusätzlichem Licht ausgestattet, sodass man schattenfrei arbeiten kann. Ebenfalls an Bord sind ein Notstromaggregat, Abstützsysteme, ein Notfallrucksack und Lufthebekissen, mit denen sich 29 Tonnen drücken und heben lassen. Tatsächlich bedarf es dieser enormen Kraft, um bei einem Unfall Fahrzeuge voneinander zu trennen, damit Verletzte aus oder unter ihren Autos befreit werden können. 
  Nicht immer gehe es dabei allein um Schnelligkeit. "Im Vordergrund steht die patientenorientierte Rettung", sagt der Wehrleiter. In enger Abstimmung mit dem Rettungsdienst wird das Vorgehen geplant. Benutzt wird der hydraulische Rettungssatz, um Autos oder Lkw-Kabinen aufzuschneiden, weil sich die Türen nicht öffnen lassen. Selten ist das, was die Feuerwehrleute beim Einsatz sehen angenehm. Schwerstverletzte, verbrannte oder tote Menschen sind eher Sonderfälle. "Das Gros sieht zum Glück anders aus", so Stefan Hentschke, "doch es trifft uns nicht unvorbereitet". Bei der Alarmierung und der Fahrt zum Einsatzort konzentriert sich jeder auf seine Aufgabe und stellt sich auf die Situation ein. Doch kein Tag ist wie der andere. Im Zweifel frage der Einsatzleiter vor Ort: "Traust du es dir zu?" Heldentum brauche es bei der Feuerwehr nicht. Wichtiger seien Vertrauen und Kameradschaft, denn nur gemeinsam kann die Hilfeleistung gelingen.
Beendet ist die Aufgabe der Feuerwehr, wenn der Patient befreit und an den Rettungsdienst übergeben wurde. Nur selten erfahren die Kameraden, was danach passiert und ob die Person überlebt. In Erinnerung bleiben die Bilder des Einsatzes. "Ich versuche Bedrückendes durch Gespräche abzuarbeiten", berichtet der Wehrleiter. Ähnlich halten es auch die anderen. Meist sitzt man nach der Rückkehr in die Feuerwache noch zusammen und tauscht sich aus. Unter Kameraden falle es leichter, über Probleme zu reden. Und manchmal schaut ein Geretteter vorbei und bedankt sich für die Lebensrettung. "Dies ist dann ein echtes Erfolgserlebnis", meint Stefan Hentschke.

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